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Raus aus der Frustspirale – rein in den Teamflow

Raus aus der Frustspirale – rein in den Teamflow

Meetings, die sich im Kreis drehen.
Schweigen, das schwer im Raum liegt.
Fragen, die unbeantwortet bleiben.

Viele Führungskräfte kennen genau dieses Bild. Statt Energie spürt man Stille, Demotivation oder sogar Genervtheit. Diskussionen führen zu keinen Ergebnissen, alte Strukturen blockieren Neues und Motivation geht verloren.

Das ist die Frustspirale im Team: ein Kreislauf aus Unsicherheit, fehlender Beteiligung und stagnierender Zusammenarbeit.

Warum Teams in der Frustspirale landen

Schweigen in Meetings ist nie neutral – es hat viele Gesichter.

1. Psychologische & individuelle Gründe

Unsicherheit oder Angst vor Bewertung
Mitarbeitende trauen sich oft nicht, ihre Meinung zu äußern, weil sie befürchten, kritisiert oder bloßgestellt zu werden. Diese Angst kann besonders groß sein, wenn Vorgesetzte oder dominante Persönlichkeiten im Raum sind.

Fehlende psychologische Sicherheit
Wenn Fehler sanktioniert oder Ideen schnell abgewertet werden, entsteht ein Klima, in dem Schweigen sicherer erscheint als Sprechen. Menschen schützen sich selbst, indem sie lieber nichts sagen.

Gefühl, nichts beitragen zu können
Manche denken: „Mein Beitrag bringt hier nichts.“ Das kann aus mangelndem Selbstvertrauen, fehlendem Fachwissen oder aus früheren negativen Erfahrungen stammen, wo ihre Ideen nicht ernst genommen wurden.

Überlastung oder Erschöpfung
Wenn die eigene Energie aufgebraucht ist, bleibt nur noch passives Verhalten. Schweigen wird zur Schutzstrategie: „Ich halte mich raus, um keine weitere Anstrengung aufbringen zu müssen.“

2. Strukturelle & organisatorische Gründe

Unklare Ziele oder Agenda
Wenn niemand genau weiß, worum es eigentlich geht oder was erwartet wird, fehlen Orientierung und Beteiligung. Unklare Meetings fördern Schweigen.

Zu dominante Stimmen / starke Hierarchie
Wenn eine oder zwei Personen das Gespräch bestimmen, ziehen sich andere zurück. In stark hierarchischen Organisationen wird Schweigen oft als sicherer empfunden, statt der Autorität zu widersprechen.

Meeting-Müdigkeit
Zu viele, zu lange oder ineffiziente Meetings führen zu innerer Distanzierung. Teilnehmende sitzen zwar dabei, aber geistig sind sie längst ausgestiegen.

Zu viele Diskussionen ohne Ergebnis
Wenn immer wieder gesprochen, aber nichts entschieden wird, sinkt die Bereitschaft, aktiv mitzuwirken. Schweigen wird zum Zeichen von Resignation.

3. Interkulturelle Gründe

Respekt vor Hierarchie
In vielen Kulturen bedeutet Schweigen, dass man Autorität respektiert. Ein Vorgesetzter spricht und die Mitarbeitenden hören zu. Ein Widerspruch wäre unangebracht.

Indirekte Kommunikationskultur
In Kulturen, die Konfrontation vermeiden, sagt niemand direkt „Nein“. Schweigen wird zur höflichen Art, Ablehnung auszudrücken.

Stille als Denkzeit
In einigen Ländern ist es normal, Pausen einzubauen und nachzudenken, bevor man antwortet. In anderen (z. B. Deutschland, USA) wird diese Stille fälschlich als Passivität oder Desinteresse gedeutet.

Harmoniebedürfnis
Schweigen kann ein Versuch sein, Konflikte zu vermeiden und das Gesicht der anderen Person zu wahren. Gerade in teamorientierten Kulturen gilt Stille als respektvolle Zurückhaltung.

4. Nonverbale & mimische Gründe

Pseudo-Commitment
Jemand nickt, lächelt oder macht zustimmende Geräusche – doch die Mimik verrät Skepsis, Zweifel oder Ablehnung. Nach außen sieht es aus wie Zustimmung, tatsächlich ist das Gegenteil der Fall.

Innere Ablehnung, die nicht ausgesprochen wird
Widerstand zeigt sich in Mikroexpressionen: ein kurzes Stirnrunzeln, ein angespannter Mund, ein abgewandter Blick. Das sind subtile Hinweise, dass eine Person nicht einverstanden ist – auch wenn sie kein Wort sagt.

Mimik und Körpersprache verraten mehr als Worte
Worte können geschönt oder zurückgehalten werden, der Körper jedoch „leakt“ Emotionen. Wer auf diese Signale achtet, versteht, ob das Schweigen Zustimmung, Unsicherheit oder Ablehnung bedeutet.

Schweigen bedeutet nicht immer das Gleiche
Es kann Ausdruck von Unsicherheit, Überlastung, Respekt, kultureller Höflichkeit oder verdeckter Ablehnung sein. Wer diese Unterschiede erkennt und darauf reagieren kann, bringt Meetings wieder in Bewegung und führt Teams aus der Frustspirale in den Flow.

Der Weg in den Teamflow

Die gute Nachricht: Teams können aus dieser Frustspirale aussteigen.

Teamflow bedeutet:

  • aktive Beteiligung
  • lebendige Diskussionen
  • frühzeitiges Ansprechen von Konflikten
  • Motivation und Energie im Raum

Dafür braucht es Führungskräfte, die zwischen und „hinter den Zeilen lesen“ können und die Signale ihres Teams richtig verstehen.

Was Führungskräfte konkret tun können

1) Nonverbale Signale erkennen
Körpersprache, Mikroexpressionen und Stimme verraten oft mehr als Worte. Wer diese Hinweise wahrnimmt, unterscheidet echte Zustimmung von Schweigen oder Widerstand.

2) Psychologische Sicherheit schaffen
Fehler dürfen angesprochen werden, Kritik wird als Beitrag gesehen. Nur so trauen sich Mitarbeitende, offen zu reden.

3) Interkulturelle Unterschiede berücksichtigen
Schweigen kann je nach Kultur Respekt, Ablehnung oder Denkzeit bedeuten. Bewusstsein dafür verhindert Missverständnisse.

4) Klare Strukturen setzen
Mit einer Agenda, klaren Zielen und offenen Fragen steigt die Beteiligung automatisch.

 

Mein Ansatz: Emotional Impact & Leadership

Ich verbinde in meiner Arbeit vier zentrale Säulen:

Emotionale Kompetenz – souverän bleiben, auch wenn es schwierig wird.

Kulturelle Intelligenz – Unterschiede nicht als Hindernis, sondern als Ressource nutzen.

Resilienz – innere Beweglichkeit entwickeln, um Druck und Wandel zu meistern.

Körpersprache & nonverbale Kommunikation: Mimikcode® & Mimikresonanz® – erkennen, was unausgesprochen bleibt, und gezielt reagieren.

So entsteht Führung, die Klarheit, Vertrauen und Zusammenarbeit stärkt und Teams aus der Frustspirale in den Flow führt.

Die Frustspirale kostet Teams Energie, Motivation und Ergebnisse. Doch sie ist kein endgültiger Zustand. Mit Klarheit, Sicherheit und der Fähigkeit, auch nonverbale Signale zu verstehen, können Führungskräfte in interkulturellen und internationalen Settings den entscheidenden Unterschied machen.

Wer es schafft, Schweigen richtig zu deuten, Vertrauen aufzubauen und Unterschiede zu nutzen, legt den Grundstein für Teamflow:

Zusammenarbeit, die lebendig, motiviert und wirksam ist.

Empower Your Impact And Reshape Your World.

Gyöngyi

Gleiche Sprache – gleiche Bedeutung?

Gleiche Sprache – gleiche Bedeutung?

Wir sprechen dieselbe Sprache. Aber verstehen wir auch dasselbe?

Diese Frage beschäftigt mich immer wieder in meiner interkulturellen Arbeit. Denn je genauer ich hinschaue, desto klarer wird:

Was gleich klingt, bedeutet noch lange nicht dasselbe.

Globalisierung: Annäherung oder neue Unterschiede?

Vor kurzem bin ich auf einen Beitrag von Erin Meyer gestoßen. Sie beschreibt darin, dass Globalisierung Kulturen nicht vereinheitlicht, sondern jede Kultur auf ihre eigene Weise verändert. Ein Gedanke, der genau das trifft, was ich täglich beobachte:

Kulturelle Unterschiede verschwinden nicht.
Sie zeigen sich nur anders.
Und oft subtiler als früher.

Besonders in der internationalen Zusammenarbeit, die heute selbstverständlich ist: Wir kommunizieren über Ländergrenzen hinweg, arbeiten hybrid und nutzen digitale Tools. Es scheint, als gäbe es einen gemeinsamen Nenner – moderne Kommunikation, agile Methoden, flache Hierarchien.

Doch was auf den ersten Blick vertraut wirkt, entfaltet in der Praxis oft ganz unterschiedliche Bedeutungen. Denn unter der Oberfläche wirken Prägungen, Werte und Erwartungen, die tief kulturell verankert sind und selten offen benannt werden.

Wenn „gemeinsam“ nicht dasselbe bedeutet

Ich erlebe häufig, wie vermeintlich gleiche Begriffe in verschiedenen Kulturen unterschiedlich gefüllt sind: „Feedback“ kann für die eine Person direkte Kritik bedeuten und für die andere eine diplomatische Andeutung. „Verantwortung“ kann als individuelle Freiheit verstanden werden oder als kollektive Verpflichtung.

In diesen Momenten reicht interkulturelles Grundwissen nicht mehr aus.

Was es braucht, ist etwas anderes:

  • Haarscharfe Wahrnehmung
  • Präsenz
  • Und die Fähigkeit, echte Verbindung aufzubauen

Drei Schlüsselkompetenzen für gelingende Verständigung und interkulturelle Kommunikation

In meiner Arbeit haben sich drei Kompetenzen als besonders zentral erwiesen. Sie greifen ineinander und bilden die Basis für eine Kommunikation, die wirklich trägt:

1. Interkulturelle Kompetenz

Sie hilft uns, kulturelle Prägungen zu erkennen, ohne vorschnell zu bewerten. Nicht im Sinne von Stereotypen oder Schubladen, sondern als Sensibilität für unterschiedliche Perspektiven und Deutungsrahmen.

2. Nonverbale Wahrnehmung

Kommunikation findet nicht nur über Worte statt. Vieles schwingt zwischen den Zeilen mit: Tonfall, Mimik, Gestik, Pausen. Wer lernt, diese Signale wahrzunehmen, versteht oft mehr als das Gesagte.

3. Emotionale Souveränität

Diese Fähigkeit ermöglicht es, in komplexen, oft widersprüchlichen Situationen innerlich klar zu bleiben – ohne sich zu verlieren. Sie schafft Raum für Präsenz, Mitgefühl und bewusste Reaktion statt impulsivem Handeln.

Diese drei Bereiche stärken nicht nur Führung, sondern auch Selbstführung. Sie schaffen Vertrauen, Orientierung und Verbindung in einer Welt, die immer vielfältiger und dynamischer wird.

Technik ist nicht genug – was es wirklich braucht

Gerade jetzt, in hybriden und kulturell diversen Teams, reicht Technik allein nicht aus. Was zählt, ist Bewusstsein. Denn was Menschen sagen, ist oft nicht das, was sie wirklich meinen oder fühlen.

Echte Verbindung entsteht nicht durch Tools – sondern durch Resonanz.

Deshalb ist es sinnvoll, diese drei Kompetenzen nicht getrennt zu denken, sondern als gemeinsames Fundament für gelingende Zusammenarbeit – in und außerhalb der Grenzen.

Verständigung ist mehr als Sprache

In einer globalisierten Arbeitswelt reicht es nicht mehr, die gleiche Sprache zu sprechen. Was wir wirklich brauchen, ist die Fähigkeit, einander wirklich zu verstehen – über Worte hinaus.

Interkulturelle Kompetenz, nonverbale Wahrnehmung und emotionale Souveränität bilden dafür ein starkes Fundament. Sie ermöglichen nicht nur ein tieferes Miteinander, sondern stärken auch Führung, Selbstführung und Zusammenarbeit in Teams, die vielfältiger sind als je zuvor.

Denn am Ende geht es nicht nur darum, gehört zu werden, sondern miteinander in Resonanz zu treten.

Empower Your Impact And Reshape Your World.

Gyöngyi

 

Körpersprache für Führungskräfte im interkulturellen Kontext

Körpersprache für Führungskräfte im interkulturellen Kontext

Die 7 sozialen Darstellungsregeln für Führungskräfte im internationalen / interkulturellen Kontext

Als Führungskraft  ist es entscheidend, die soziale und kulturelle Prägung deines Gegenübers zu verstehen.

„Behandle andere Menschen so, wie sie behandelt werden wollen“ – das erfordert, ihre Persönlichkeit und kulturellen Hintergründe zu berücksichtigen.

Hier spielen die sozialen Darstellungsregeln eine zentrale Rolle.

Unsere Persönlichkeit und Herkunftskultur beeinflussen, welche Emotionen wir täglich erleben und wie intensiv wir diese Emotionen über die Körpersprache ausdrücken. Wenn wir das nonverbale Verhalten eines Menschen beobachten, können wir Rückschlüsse auf seine Persönlichkeitspräferenzen und neurobiologische Grundmotive ziehen.

 

Unser Emotionsausdruck wird durch soziale Darstellungsregeln (auch bekannt als Facial Display Rules) gesteuert.

1972 entdeckten Paul Ekman und Wallace Friesen, dass Menschen je nach Kultur ihre Emotionen unterschiedlich intensiv und lang zeigen. Beispielsweise lächelten Japaner in einer Studie öfter, um negative Gefühle zu überspielen, wenn sie durch ihren Vorgesetzten beobachtet wurden.

Diese Darstellungsregeln entwickeln wir bereits in der Kindheit, geprägt durch unser Umfeld und kulturelle Normen.

Sätze wie „Das kann doch jeder!“, „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“ oder „Stell dich nicht so an!“ usw. formen unser Verständnis darüber, wie wir unsere Gefühle zeigen sollen. Auch im Erwachsenenalter bleiben diese Regeln relevant, insbesondere in interkulturellen Kontexten.

 

Unsere Kultur und Persönlichkeit beeinflussen, wie wir Emotionen wahrnehmen und ausdrücken.

Die Facial Display Rules – soziale Darstellungsregeln – zeigen, wie tief kulturelle Einflüsse in unserer Kommunikation verankert sind.

 

Persönlichkeit und Kultur haben eine doppelte Filterfunktion:

– Sie beeinflussen, wie wir Außenreize (Trigger) wahrnehmen und welche Emotionen wir erleben.
– Sie bestimmen, wie intensiv wir diese Emotionen, die wir spüren, nach außen ausdrücken.

 

Es gibt sieben soziale Darstellungsregeln, die durch Persönlichkeit und Kultur geprägt sind und die häufig zum Ausdruck kommen.

Es lohnt sich, diese Regeln zu kennen, um ein Gefühl für die nonverbale Baseline unseres Gegenübers zu bekommen:

1) Ausdrücken: Du zeigst deine Emotionen genauso, wie du sie fühlst.
Beispiel: In einem Meeting zeigst du offen deine Frustration, wenn ein Projektziel nicht erreicht wird.

2) Verstärken: Du stellst deinen Emotionsausdruck intensiver dar, als du tatsächlich empfindest.
Beispiel: Du verstärkst deine Begeisterung, wenn du ein Teammitglied lobst, um es zusätzlich zu motivieren.

3) Abschwächen: Du milderst den Ausdruck deiner Emotion ab, um sie weniger intensiv erscheinen zu lassen.
Beispiel: Du fühlst dich enttäuscht, weil sich ein Projekt verzögert. Du zeigst allerdings nur leichte Enttäuschung, um die Stimmung im internationalen Team nicht zusätzlich zu belasten.

4) Neutralisieren: Du unterdrückst deine Emotion vollständig und nimmst einen neutralen Gesichtsausdruck an.
Beispiel: Du zeigst keinerlei Emotion, obwohl du innerlich verärgert bist, um die Harmonie im Team zu wahren. Keine Reaktion auf eine Beleidigung zeigen.

5) Qualifizieren: Du drückst eine Emotion aus, ergänzt sie aber durch eine andere, um die ursprüngliche zu modifizieren.
Beispiel: Du zeigst Sorge über ein Projekt, lächelst aber, um Zuversicht zu vermitteln.

6) Maskieren: Du fühlst eine Emotion, aber gleichzeitig zeigst du eine andere. Das bedeutet, du versteckst deine tatsächliche Emotion durch eine andere.
Beispiel: Du bist enttäuscht über die Leistung des Teams, zeigst jedoch Freude, um den Teamgeist zu fördern.

7) Simulieren: Du täuschst eine Emotion vor, die du eigentlich nicht empfindest.
Beispiel: Eine neue Richtlinie wird eingeführt. Du zeigst Begeisterung, um die Akzeptanz im internationalen Team zu fördern, obwohl dich die Einführung der Richtlinie emotional nicht berührt.

In kollektivistischen Kulturen, wie in China, wird das „Wir“ vor das „Ich“ gestellt. Das Gemeinwohl steht im Vordergrund, weshalb offensive Emotionen eher maskiert oder neutralisiert und kooperative Emotionen simuliert werden.

Im Gegensatz dazu neigen Menschen in individualistischen Kulturen, wie den USA, dazu, offensive Emotionen wie Ärger offener auszudrücken.

 

Warum sind diese Regeln wichtig?
Die sozialen Darstellungsregeln beeinflussen unser tägliches Leben auf vielfältige Weise. Indem wir uns dieser Regeln bewusst sind, können wir besser verstehen, wie wir selbst und andere Menschen Emotionen kommunizieren und interpretieren.

Wenn du diese Regeln kennst und verstehst, kannst du besser einschätzen, wie dein Gegenüber Emotionen ausdrückt oder verbirgt. Dies hilft dir, die Persönlichkeit und die Motive deines Teams oder deiner Gesprächspartner besser zu erkennen und interkulturelle Missverständnisse zu vermeiden.

Im interkulturellen Führungskontext geht es nicht darum, diese Regeln zu nutzen, sondern sie zu erkennen und zu verstehen.

So kannst du sicherstellen, dass deine Kommunikation respektvoll und effektiv bleibt und du dein Team in seiner Vielfalt wertschätzt.

Viel Freude beim Beobachten!

 

Deine Gyöngyi

 

Quelle: Mimikresonanz® – Profiling : Körpersprache verstehen und entschlüsseln

Mimikresonanz® vs. Facereading: Verstehen ohne Worte

Mimikresonanz® vs. Facereading: Verstehen ohne Worte

„Schau, das ist es, was du auch machst!“ – schrieb mir eine Freundin aus Ungarn und schickte mir einen Link zu einer Webseite, die auf Ungarisch verschiedene Seminare zum Thema Facereading anbot.

Manchmal zerbreche ich mir den Kopf darüber, worüber ich schreiben könnte und was meine Follower, immerhin über 3000 Menschen auf LinkedIn, interessieren könnte. Schließlich folgen sie mir, weil sie an meinen Beiträgen interessiert sind, nicht wahr?

Diese Freundin hatte einen wichtigen Punkt erkannt: Für jemanden, der nie mit dem Kompetenzmodell der Mimikresonanz® zu tun hatte, könnten diese beiden Modelle leicht durcheinandergebracht oder sogar verwechselt werden.

 

Mimikresonanz®

Mimikresonanz®, entwickelt von Dirk Eilert im Jahr 2011 in seiner Akademie „The Science of Emotions“, ist ein geschützter Produktname, der auf aktuellen Forschungsergebnissen aus der Emotionspsychologie, Neurowissenschaft und Verhaltensforschung aufbaut.

Es ermöglicht das präzise Erkennen, richtige Interpretieren und angemessene, beziehungsfördernde sowie wertschätzende Umgang mit emotionalen und nonverbalen Signalen.

Die Mimikresonanz® verbindet drei Bereiche miteinander:

1) das Erkennen von Emotionen, Denkprozessen und Interaktionsqualitäten,

2) Menschenkenntnis bzw. Profiling der Persönlichkeit,

3) Wirkungskompetenz, also die gezielte Steuerung der erzeugten Wirkung durch nonverbales Erscheinen und Verhalten.

Mimikresonanz® umfasst neben der Deutung von Mikroexpressionen acht nonverbale Beobachtungskanäle:

Mimik, Gestik, Kopfhaltung, Fuß- und Beinverhalten, Körperhaltung, Psychophysiologie, Stimme und interpersonelles Bewegungsverhalten.

Diese helfen, die emotionalen Zustände einer Person ganzheitlich zu erfassen und zu verstehen.

 

Facereading

Facereading ist eine Praxis, die tief in der Geschichte verwurzelt ist und ihre Ursprünge in verschiedenen Kulturen der Welt hat, darunter die antike chinesische, griechische und europäische Kultur.

Diese Methode geht von der Annahme aus, dass bestimmte Gesichtszüge Aufschluss über die Persönlichkeitseigenschaften und Verhaltensweisen einer Person geben können, und sogar Schicksalstendenzen aus ihnen gelesen werden können.

Schon in der Antike gab es den Glauben, dass das menschliche Gesicht als Spiegel der Seele dienen kann. Diese Ideen wurden durch verschiedene Kulturen und Epochen weiterentwickelt. Im 18. Jahrhundert erlangte die Physiognomik durch die Arbeiten von Johann Kaspar Lavater in Europa erneut an Popularität.

Obwohl die Physiognomik im Laufe der Zeit unterschiedlich aufgenommen wurde und ihre Praktiken sich verändert haben, bleibt die Grundidee erhalten, dass das Gesicht Einblicke in charakterliche und psychologische Eigenschaften bietet.

In der modernen Anwendung findet Facereading vor allem in Bereichen wie Persönlichkeitscoaching und im Rahmen von persönlichkeitsfördernden Seminaren Anwendung.

 

Mimikresonanz® vs. Facereading

Gemeinsamkeiten:

1. Beide Methoden berücksichtigen die genaue Beobachtung des Gesichts, um Informationen über die Person zu sammeln.

2. Beide werden verwendet, um die Kommunikation und das Verständnis zwischen Menschen zu verbessern, besonders in beruflichen Kontexten.

 

Unterschiede:

1. Mimikresonanz® basiert auf Erkenntnissen der Emotionspsychologie und der Verhaltensforschung, während Facereading oft für seine „spekulativen“ Annahmen kritisiert wird.

2. Mimikresonanz® zielt darauf ab, Emotionen richtig zu erkennen und darauf zu reagieren, um die emotionale Intelligenz in der Kommunikation zu verbessern. Facereading wird oft in einem breiteren Kontext eingesetzt, um tiefergehende Schlüsse über eine Person zu ziehen, insbesondere über ihre Persönlichkeit, Anlagen und sogar deren Zukunft.

3. Mimikresonanz® integriert acht nonverbale Kanäle und bietet dadurch ein umfassenderes Verständnis menschlicher Emotionen. Es wird nicht nur die Mimik analysiert, sondern auch u.a. Körperhaltung, Gestik und stimmliche Merkmale, um ein ganzheitliches Bild der emotionalen Zustände zu erfassen. Facereading bleibt hingegen meist auf die Interpretation physischer Gesichtsmerkmale beschränkt und schließt weniger die Dynamik der situativen Emotionen ein.

 

Die Effektivität und die Akzeptanz jeder Methode variieren je nach Anwendungsbereich, aber für Anwendungen im Coaching und in der Führungskräfteentwicklung bietet Mimikresonanz® – meiner Meinung nach – mehr Vorteile durch seinen integrativen und umfassenden Ansatz.

Ihre Gyöngyi Varga

Über die Macht der Emotionen für global bewusste Leader

Über die Macht der Emotionen für global bewusste Leader

Eine wichtige Kernkompetenz für global bewusste Leader*innen und Entrepreneure: Menschen entschlüsseln

Können Sie innerhalb von Millisekunden erkennen, was Ihre Gesprächspartnerin oder Ihr Gesprächspartner NICHT sagt? Auch im internationalen Umfeld?

In Meetings, Verhandlungen oder Vorstellungsgesprächen sagen Mimik und Gestik manchmal mehr als das gesprochene Wort. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass man weder Intuition noch jahrzehntelange Übung braucht, um Menschen „lesen“ zu können. Mit Hilfe von Algorithmen und digitalen Übungen ist dies einfach zu erlernen.

Im internationalen Business werden aus vorausdenkenden Führungskräften verstärkt Beziehungsmanager*innen, deren Hauptaufgabe es ist, globale Beziehungen effektiv und motivierend zu gestalten. Leider hat es aber den Anschein, dass durch den zunehmenden virtuellen Austausch kommunikative Fähigkeiten eher abnehmen. Es wird immer schwieriger Gefühle richtig zu deuten und zu verstehen. Doch gerade diese Kompetenz braucht es in der interkulturellen und virtuellen Arbeit.

Was sind also unsere Möglichkeiten, trotz Leistungsdruck und kultureller Unterschiede, ein agiles, innovatives und vertrauensvolles Team oder eine gute Beziehung zu unseren Kolleg*innen aufzubauen?

Eine äußerst effektive Möglichkeit ist es, sich auf die menschliche Mimik zu konzentrieren. In den 1960er‐Jahren entdeckten die beiden Psychologen Ernest A. Haggard und Kenneth S. Isaacs, dass unsere Mimik sehr schnelle Botschaften in Form von Mikroexpressionen (= sehr schnelle Gesichtsausdrücke in der Zeitsequenz von 40 – 500 ms) sendet.

Sie haben festgestellt, dass gewisse Inkongruenzen zwischen Mikroexpressionen und dem verbalen Inhalt des Gesagten zu beobachten sind. Es könnte zum Beispiel sein, dass eine Führungskraft im Einzelhandel seinen Mitarbeiter*innen mitteilt, dass einige Filialen geschlossen werden müssen. Wenn ein Mitarbeiter „jammert“, aber dabei Freude zeigt, besteht eine Inkongruenz, das heißt dessen Mikroexpression passt nicht zum Gesagten. Ein weiteres Beispiel kann sein, dass ein Geschäftspartner sagt, sie würden den Zeitplan selbstverständlich einhalten. Er zeigt jedoch Ärger oder Trauer. Beide Emotionen würden in diesem Beispiel nicht unbedingt zu seinem gesprochenen Satz passen.

Der Grund, warum Inkongruenzen vor allem in der Mimik sichtbar sind, ist darauf zurückzuführen, dass unsere mimische Muskulatur direkt mit unserem limbischen Zentrum (Emotionszentrum) „verdrahtet“ ist. Dies ist eine außergewöhnliche Kompetenz aus frühster Menschheitsgeschichte.

In den 1960er und 1970er Jahren wurden Meilensteine in der Emotionsforschung erreicht. Es wurde wissenschaftlich z.B. bewiesen, dass der mimische Ausdruck bestimmter Emotionen kulturübergreifend gleich und daher universell ist. Diese Emotionen, die sog. Basis- oder Primäremotionen, sind: Angst, Ärger, Ekel, Freude, Trauer, Überraschung und Verachtung.

Sie sind in der Tat globale Emotionen, die uns weltweit mehr verbinden, als die Sprache selbst. Natürlich macht es einen Unterschied, ob wir mit jemandem aus Japan, Mexiko oder Deutschland verhandeln. Denn die Intensität der mimischen Bewegung wird von Kontext, Kultur und Persönlichkeit beeinflusst und tritt unwillkürlich und zum Teil völlig unbewusst auf.

Ende der 1970er Jahre veröffentlichte der US-amerikanische Anthropologe und Psychologe Dr. Paul Ekman die erste Fassung des „Facial Action Coding System“ (FACS). Es handelt sich dabei um eine Art Kodierungssystem für Gesichtsbewegungen. Nach dem Ekman-System gibt es über 40 Gesichtsbewegungen und mehr als 10.000 verschiedene Gesichtsausdrücke. Dieses System wird sogar vom FBI bei verdächtigen Personen eingesetzt, um Inkongruenzen festzustellen.

Wann treten Mikroexpressionen auf?

Mikroexpressionen treten meistens in Situationen auf, in denen eine Person gefühlsmäßig stark involviert ist. Zum Beispiel:

  • Themenrelevanz: Je wichtiger das Thema für eine Person ist, desto stärker sind die damit aktivierten Gefühle.
  • Gewinn‐/Verlusterwartung: Je höher die subjektive Gewinn‐ und/oder Verlusterwartung, desto stärker sind die damit aktivierten Gefühle.

Im Durchschnitt deuten wir 40 % der mimischen Signale falsch; im internationalen Kontext vermutlich noch viel mehr.

Was bedeutet das für die Arbeit im internationalen Business?

✔ Die Effektivität der Leadership-Kompetenzen reduzieren sich, da die Führungskraft nur einen Teil der non-verbalen Botschaften wahrnimmt.

✔ Die Führungskraft beachtet die emotionalen Signale ihrer Mitarbeiter*innen nicht und hat keinen geschärften Blick darauf, wie Entscheidungen oder Diskussionspunkte auf emotionaler Ebene aufgenommen werden. Daher wird zu spät auf Veränderungen im Team reagiert.

✔ Die Führungskraft verlässt sich viel zu sehr auf Worte, ohne ihre emotionale Qualität zu berücksichtigen.

✔ Die Führungskraft reagiert auf interkulturelle Unterschiede zunehmend gereizt oder frustriert, da sie die feinen Nuancen der Kommunikation auch unwissentlich außer Acht lässt.

✔ Die Führungskraft fokussiert sich zunehmend auf die Herkunft ihrer Mitarbeiter*innen und Probleme werden ebenfalls darauf zurückgeführt.

 

Über Gyöngyi Varga

Frau Gyöngyi Varga ist interkulturelle Business-Profilerin, Mimikresonanz®-Lehrtrainerin und Mastercoach sowie Emotionscoach mit emTrace®-. Sie trainiert neben der interkulturellen Kommunikation auch die Beherrschung der Sprache der Emotionen. Sie bildet global bewusste Führungspersönlichkeiten,  interkulturelle Coach und Trainer*innen in Mimikresonanz® aus. Ihre nächste Mimikresonanz® -Masterausbildung startet am 8. November 2021 online und dauert bis März 2022. Denn je rascher wir die virtuelle Ebene der Signale und Feinheiten in der Mimik unseres Gegenübers entschlüsseln, umso emphatischer und wirkungsvoller können wir auf sie eingehen.

Wenn Sie das Thema interessant finden, dann schauen Sie gerne bei meinen aktuellen Workshop-Angeboten vorbei oder schreiben Sie mir einfach eine Mail.

Ihre Gyöngyi Varga

CULTUREBALANCE
Human Capital Development

 

Quellenhinweis: Dirk W. Eilert: Körpersprache entschlüsseln und verstehen, Die Mimikresonanz – Profibox

Bildnachweis: Canva Pro, Artist pat138241

Mit Profiling das eigene Business boosten

Mit Profiling das eigene Business boosten

Erkennen Sie Ihren Unternehmertyp und designen Sie die beste Version Ihres Businesses

„Wie gut kenne ich meine Kunden wirklich? Liege ich vielleicht völlig daneben und habe es bisher versäumt, wirklich durch ihre Augen zu sehen? Und wie ist es mit meinen Zielen? Kenne ich sie wirklich? Oder gaukeln mir mein Verstand und imagegeprägte Idealbilder vor, was ich wollen sollte, aber mir im Grunde meines Herzens gar nicht wirklich will und wünsche?“

Vielleicht sind Ihnen diese oder ähnliche Fragen in den langen Wochen des Home-Office mehr als einmal durch den Kopf gegangen. Wunderbar, damit haben Sie bereits den Anfang gemacht! Denn die Erkenntnis, dass wir auch oder gerade im Business viel zu oft von uns selbst ausgehen, wenn wir unsere Kunden definieren und erreichen wollen, ist ein wichtiger Schritt in eine neue, zeitgemäße Richtung.

„Urteile nie über einen anderen, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gegangen bist“ sagt ein indianisches Sprichwort. Doch keine Bange, so lange muss es gar nicht dauern, bis Sie Ihren Idealkunden und Ihren wahren Zielen auf die Spur kommen!

>> Hier können Sie sich unser gemeinsames Video mit dem Profiling-Angebot auf YouTube anschauen.

Angebot Business-Profiling

Das eigene Business mit Business-Profiling boosten

 

Mit dem neuen Business-Profiling-Paket mit Design Thinking und Mimikresonanz© machen wir uns im ersten Schritt daran, detailliert herauszufinden, wie Ihre Kundinnen und Kunden wirklich ticken. Mit „ticken“ meine ich nicht irgendwelche besonderen Verhaltensweisen und Kaufgewohnheiten. Vielmehr ist damit die Erkenntnis gemeint, wo der Puls Ihrer Kunden tatsächlich schlägt und was sie oder ihn ganz besonders in Fahrt bringt.

Nachdem wir ihren “Idealkunden“ auf völlig neue, spielerische Weise kreiert haben,  schlüpfen Sie wie in einem systemischen Rollenspiel in die Rolle des von Ihnen geschaffenen „Avatar“. Und plötzlich ist er da – mit viel Freude, Leichtigkeit und mit lauter Aha-Effekten: der Zugang zu Ihrem Kunden, wie er wirklich tickt und fühlt!    

Jetzt sind Sie an der Reihe. Wo genau möchten Sie hin? Wie gut kennen Sie Ihre wahren Wünsche und Ziele? Liegen hinter den schon bekannten Bildern und Motiven vielleicht noch viel großartigere, atemberaubende Potenziale und Visionen verborgen, die Sie bisher noch gar nie zu denken wagten?

Akribisch genau nehmen wir Ihren inneren Antrieb unter die Lupe und erstellen Ihre ganz individuelle, intrinsische Motivationskarte und Ihre ganz persönlichen Zielbilder. Danach wird abgeglichen – anhand einer genauen Persönlichkeitsanalyse sowie mittels Business-Profiling mit Mimikresonanz©.

Nun wissen Sie exakt, welche Persönlichkeitspräferenzen Sie haben, ob Sie sie auch in Ihren Kundengesprächen und Verkauf kongruent leben und was alles Sie bereits können. Doch wer will schon stehen bleiben…? In Ihnen steckt schließlich noch viel, viel mehr!

Jetzt kommt der nächste Schritt. Wie könnten sie aussehen – die beste Version Ihrer Selbst, die höchsten Versionen Ihrer Wünsche und Ziele?  Und vor allem: Wie fühlt es sich an, am Ziel seiner Wünsche und Träume zu sein? Vielleicht werden Sie dabei sogar von sich selbst überrascht, wenn Sie plötzlich am eigenen Leib erfahren und erfühlen, welche Emotionen, welche Lebensgefühle es sind, die Ihnen tatsächlich „Flügel verleihen“.

Steigen Sie ein auf eine außergewöhnliche Reise – die Reise zu Ihren besten Potenzialen und zur höchsten Version Ihres Business. Sie müssen dafür in kein Flugzeug steigen und um die halbe Welt reisen. Und trotzdem werden Sie dabei viele spannende, unbekannte Gefilde betreten.

Erobern Sie mit viel Freude und Leichtigkeit die weißen Flecken Ihrer Emotionslandschaft – erobern Sie Ihr Business! Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, Ihr Unternehmen, Ihre Webseite, Visitenkarte und Präsentationsmedien oder Ihre Kundenakquise zielgenau auszurichten, Ihre Kommunikation effizient zu gestalten und Ihr Angebot typgerecht zu spezialisieren.

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Gerne beraten wir Sie in einem 30-minütigen Strategie-Gespräch. (Gratis)

Das ist ein gemeinsames Angebot von:

Gyöngyi Varga – Beraterin und Trainerin für Mimikresonanz©
www.culturebalance.com

Eugenia Janakow – Mediengestalterin
www.typogenia.de

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