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Psychologische Sicherheit in Zeiten der Restrukturierung

Psychologische Sicherheit in Zeiten der Restrukturierung

Executive Summary: Stille Kündigungen und Widerstand gegen Restrukturierungen haben dieselbe Ursache: fehlende psychologische Sicherheit im Team. Besonders in deutsch-ungarischen und anderen gemischten Teams wird Schweigen im Meeting fälschlich als Zustimmung gewertet. Dieser Artikel erklärt die vier Angstfaktoren hinter Restrukturierungsphasen und zeigt konkrete Hebel, um psychologische Sicherheit sichtbar zu machen und zu stärken.

Lesedauer: ca. 6 Minuten

Wenn ich mit HR-Leitungen und Führungskräften spreche, fällt mir ein Satz immer wieder auf: „Ich habe es nicht kommen sehen.“ Jemand, der engagiert mitgearbeitet hat, kündigt – ohne Vorwarnung, ohne erkennbaren Konflikt.  Oder umgekehrt: Ein Restrukturierungsprozess beginnt, und plötzlich wird ein ganzes Team unruhig, obwohl inhaltlich noch nichts entschieden ist.

Beide Situationen wirken auf den ersten Blick wie unterschiedliche Probleme. Fluktuation hier, Change-Angst dort. In meiner Arbeit mit Führungskräften und Teams im deutsch-ungarischen Kontext sehe ich immer wieder: Es ist dieselbe Ursache. Beide entstehen dort, wo psychologische Sicherheit im Team fehlt oder ins Wanken gerät.


Was Restrukturierung mit Angst macht und warum das kein Führungsversagen ist

Stellenabbau, Restrukturierung, eine Zukunft im Team, die niemand genau benennen kann: Die konkrete Situation ist meistens neu. Die Angst, die sie auslöst, folgt  neurobiologisch einem sehr bekannten Muster mit vier Faktoren, unabhängig vom konkreten Anlass. (vgl. N.U.T.S.-Modell nach Prof. Dr. Sonia Lupien, Centre for Studies on Human Stress, Université de Montréal)

Neuartigkeit: „So etwas gab es in dieser Form noch nicht.“

Mehrdeutigkeit: „Bleibt die Stelle? Wird umstrukturiert? Niemand sagt es klar.“

Unvorhersehbarkeit: „Wie lange dauert es noch? Wer ist als Nächstes dran?“

Unkontrollierbarkeit: das Gefühl, den eigenen Berufsalltag nicht mehr in der Hand zu haben.

Von diesen vier Faktoren ist Kontrolle der wichtigste. Es geht um das Gefühl: Ich habe noch Einfluss auf mein Leben. Deshalb wird psychologische Sicherheit im Team gerade in Restrukturierungsphasen wichtiger, nicht weniger wichtig.

Timothy R. Clark beschreibt sie so: „Psychologische Sicherheit ist es, Angst aus der menschlichen Interaktion zu entfernen und sie durch Respekt und Erlaubnis zu ersetzen.“ (2020) Wer sich im Team sicher fühlt, teilt Ideen und Bedenken offen, ohne vorher abzuwägen, wie das ankommt.

Vertrauen und Achtsamkeit gehen dem meist voraus: Vertrauen ist die Art, wie wir einander betrachten. Achtsamkeit ist die Fähigkeit, die eigene Umgebung überhaupt wahrzunehmen. Psychologische Sicherheit ist die Teamnorm, die aus beidem entsteht. Teams, in denen dies fest verankert ist, lernen schneller aus Fehlern und bleiben handlungsfähig, auch wenn sich viel gleichzeitig verändert. Und genau das ist im Umbruch entscheidend.

Die stille Kündigung: Wenn niemand offensichtlich etwas falsch gemacht hat

„Sie war eine unserer stärksten Neueinstellungen.“ Das höre ich oft von HR-Leitungen, wenn ich nach stillen Kündigungen frage. Die ersten Wochen: Energie, Ideen, Beiträge in jedem Meeting. Drei Monate später: kaum noch eine Wortmeldung. Sechs Monate später liegt die Kündigung auf dem Tisch.

Das Auffällige an diesen Fällen: Niemand hat etwas falsch gemacht, zumindest nicht offensichtlich. Die Leistung stimmte, die Zahlen stimmten, die Meetings liefen wie immer. Nur zwischen den Zeilen hat sich etwas verschoben, das niemand angesprochen hat. Ein Kommentar, der zu oft überhört wurde. Eine Idee, die zweimal ignoriert und beim dritten Mal von jemand anderem vorgetragen wurde. Eine Erwartung, die nie ausgesprochen, aber stillschweigend vorausgesetzt wurde.

Engagement sinkt selten laut. Es sinkt leise, in kleinen Momenten, die einzeln betrachtet harmlos wirken. Genau darin liegt das Problem für Führungskräfte: Es gibt keinen einzelnen Moment, an dem man hätte eingreifen können. Es sind viele kleine Signale davor: ein Einwand, der im Meeting übergangen wurde, ein kurzes Zögern, bevor die gut überlegte Antwort kommt. Diese Signale werden selten bewusst ignoriert. Sie werden schlicht nicht gelesen.

 

Die kulturelle Dimension: Warum Schweigen in deutsch-ungarischen Teams besonders leicht missverstanden wird

Gerade in internationalen Teams verstärkt sich dieser Effekt. Was in einer Kultur als klare Zurückhaltung gilt, wirkt in einer anderen wie stille Zustimmung. Ein deutsches und ein ungarisches Team lesen dieselbe Situation manchmal komplett unterschiedlich und merken es erst, wenn jemand schon innerlich gegangen ist.

Schweigen im Meeting heißt nicht Zustimmung. In gemischten Teams schon gar nicht. Eine Führungskraft stellt eine Frage in die Runde, es bleibt still, und das wird als „passt, dann machen wir das so“ gedeutet. Tatsächlich bedeutet Schweigen in vielen Kulturen etwas anderes: Respekt vor der Hierarchie, das Abwägen der eigenen Formulierung, oder schlicht die Erwartung, direkt angesprochen zu werden, statt sich in die Runde zu drängen.

Wird dieses Schweigen als Zustimmung gewertet, entstehen Entscheidungen, die im Nachhinein niemand mittragen wollte, und ein Team, das lernt: Einwände lohnen sich hier nicht. Die eigentlichen Kosten zeigen sich erst später: im Wissen, das mit einer Person das Unternehmen verlässt, die gekündigt hat. In der Unsicherheit, die im Team zurückbleibt. In der stillen Frage der anderen: Wer als Nächstes?

 

Was Führung konkret tun kann

Psychologische Sicherheit lässt sich nicht per Ansage herstellen, aber sie lässt sich gezielt stärken und sichtbar machen.

Ein konkreter Hebel aus der Mimikresonanz®-Praxis: Beobachten Sie in der Stille die Mikroexpressionen. Ein kurzes Anspannen im Kiefer, ein ausweichender Blick, eine kurz hochgezogene Augenbraue: Das sind Signale von Skepsis, auch wenn die Worte fehlen. Wer lernt, diese sehr kurzen mimischen Signale zu lesen und richtig zu deuten, steigert nicht nur die Tiefe der Kommunikation im Team, sondern auch die psychologische Sicherheit selbst.

Ebenso wichtig: Fragen Sie nach der Stille gezielt einzelne Personen direkt an, statt die offene Runde zu wiederholen. Das nimmt den Druck, sich proaktiv positionieren zu müssen, und macht psychologische Sicherheit im Alltag erlebbar, statt sie nur zu behaupten.

Und schließlich: Messen Sie, statt zu hoffen, dass psychologische Sicherheit da ist. In Teamentwicklungen nutze ich dafür seit mehreren Jahren Growth Zone™ von ICQ Global, ein Instrument, das psychologische Sicherheit, Motivation und kognitive Diversität im Team sichtbar macht, bevor sie zum Problem werden. Der Grundsatz dahinter: zuerst messen, dann sichtbar machen, und erst danach optimieren. Nicht umgekehrt.

 

Die Frage, die am Anfang steht

Stille Kündigung und Restrukturierungsangst sind selten das Ergebnis einzelner Fehler. Sie sind das Ergebnis vieler kleiner, unausgesprochener Momente, die sich über Wochen und Monate summieren, besonders dort, wo unterschiedliche kulturelle Erwartungen an Hierarchie, Zustimmung und Zurückhaltung aufeinandertreffen.

Die gute Nachricht: Genau weil es sich um ein Muster handelt, lässt es sich erkennen, trainieren und im deutsch-ungarischen wie in jedem gemischten Team gezielt stärken.

Wie steht es aktuell um die psychologische Sicherheit in Ihrem Team? Und woran würden Sie es merken, wenn sie zu bröckeln beginnt?

 

Über die Autorin:

Gyöngyi Varga begleitet Führungskräfte und internationale Teams dabei, das Unausgesprochene sichtbar zu machen, mit Mimikresonanz®, Growth Zone™ und über 20 Jahren Erfahrung in der deutsch-ungarischen Zusammenarbeit.

 

Quellen:

Timothy R. Clark, The 4 Stages of Psychological Safety: Defining the Path to Inclusion and Innovation, Berrett-Koehler Publishers, 2020

Prof. Dr. Sonia Lupien, Centre for Studies on Human Stress (CSHS), Université de Montréal, N.U.T.S.-Modell

 

Zitierempfehlung

Wenn du Inhalte aus diesem Beitrag verwenden oder zitieren möchtest, freue ich mich über eine korrekte Quellenangabe. Bitte nutze dafür folgende Form:

Gyöngyi Varga | Culturebalance (Erscheinungsjahr): „Titel des Beitrags“, verfügbar unter: https://www.culturebalance.de/LINKNAME (abgerufen am TT.MM.JJJJ).

 

 

Was passiert, wenn Menschen anfangen, Emotionen interkulturell zu lesen?

Was passiert, wenn Menschen anfangen, Emotionen interkulturell zu lesen?

In meinen Mimikresonanz® Seminaren gibt es fast immer diesen einen Moment. Meistens am Ende des zweiten Trainingstages — wenn nach intensivem Lernen eigentlich die Erschöpfung einsetzen sollte — kommt aus der Gruppe stattdessen eine Frage voller Energie: „Wie und wann können wir weitermachen?“

Solche Momente sind der Grund, warum ich meine Arbeit als Trainerin so liebe. Sie zeigen etwas, das ich in meiner Praxis immer wieder beobachte: Wer einmal anfängt, nonverbale Signale und Mimik wirklich zu lesen, will nicht mehr aufhören.

Was ein Mimikresonanz® Seminar wirklich ist — und was nicht

Oft wird angenommen, das Lesen von Körpersprache sei eine Technik, die man einmal auswendig lernt. Ein fundiertes Mimikresonanz® Seminar ist weit mehr: Es ist eine tiefgreifende Steigerung der Wahrnehmung — eine, die nachhaltig verändert, wie du Menschen begegnest.

Im Führungsalltag, im Coaching, in kulturell komplexen Verhandlungssituationen:

Ständig laufen Gespräche ab, in denen das Gegenüber höflich „Ja“ sagt und innerlich längst Widerstand oder Zweifel spürt. Wer diese feinen Signale sieht, agiert anders.

Präziser. Wirkungsvoller. Und vor allem: empathischer.

Das ist keine Interpretationskunst und kein Bauchgefühl. Es ist eine erlernbare Kompetenz — orientiert an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zur menschlichen Emotion, entwickelt von Dr. Dirk W. Eilert in Berlin.

Die transkulturelle Dimension: Unsere Stärke gegenüber der KI

In meiner täglichen Arbeit als interkulturelle Trainerin und transkultureller Coach begegne ich einem Phänomen, das konsequent unterschätzt wird.

In kulturell diversen Arbeitsumfeldern sind Worte und sichtbares Verhalten stark durch den jeweiligen kulturellen Kontext geprägt.

Die sozialen Regeln — die sogenannten Display Rules — bestimmen, wann und wie wir welche Emotionen zeigen dürfen. Sie variieren von Kultur zu Kultur, von Kontext zu Kontext erheblich.

Aber hier liegt der entscheidende Punkt: Sieben Primäremotionen — Freude, Ärger, Trauer, Angst, Ekel, Verachtung, Überraschung — werden in ihrer reinen mimischen Form universell ausgedrückt.

Diese Mikrosignale erscheinen im Gesicht bei allen Menschen gleich, unabhängig von Herkunft, Kultur oder Sprache. Wer das lesen kann, kommuniziert auf einer Ebene, die keine Übersetzung mehr braucht.

Wir leben in einer Zeit, in der Künstliche Intelligenz immer mehr Raum einnimmt.

KI kann Daten analysieren und Texte generieren — ja. Aber den Menschen im entscheidenden Moment wirklich erfassen, echte emotionale Resonanz spüren und im richtigen Augenblick menschlich reagieren — das bleibt unsere größte Stärke.

Besonders im transkulturellen Kontext ist diese Fähigkeit unersetzlich und zutiefst menschlich.

Für wen ist dieses Seminar relevant?

Ein Mimikresonanz® Seminar ist besonders wirkungsvoll, wenn du:

  • als Führungskraft kulturell diverse oder transkulturelle Teams führst
  • als Coach oder Trainer:in deine Wahrnehmung auf eine neue Ebene steigern willst, um Klienten noch präziser zu begleiten
  • in Verhandlungen oder Beratungsgesprächen mehr wahrnehmen willst als das, was offen ausgesprochen wird
  • im transkulturellen Kontext tätig bist — zum Beispiel in der deutsch-ungarischen Zusammenarbeit — und weißt, wie viel im Ungesagten steckt

Du musst Mimikresonanz® vorher nicht kennen. Du musst nur bereit sein, genauer hinzuschauen.

Dein Weg: Vom Einstieg bis zum Körpersprache-Profi

Mimikresonanz® Basic — Der Augenöffner

Das Basic-Modul ist dein Einstieg. Du lernst, die mimischen Signale der sieben Primäremotionen zu erkennen, die Zustimmung, Widerstand oder innere Distanz verraten — bevor ein einziges Wort gesprochen wird. Zwei Tage, die deine Grundhaltung in jedem zukünftigen Gespräch verändern.

Mimikresonanz® Professional — Der Deep-Dive

Dieses Modul baut auf dem Basic auf. Hier trainieren wir die feinen und vor allem subtilen Signale — kulturübergreifend, in Echtzeit, in komplexen Gesprächssituationen. Neben der Mimik nehmen wir auch Gestik und Stimme gezielt unter die Lupe.

Meine offenen Seminare finden im interaktiven Live-Online-Format statt. Beide Module enthalten einen begleitenden Online-Kurs zur Vertiefung — inklusive KI-Agenten zum interaktiven Üben.

Für interne Teams und Firmenkunden komme ich für Inhouse-Trainings gerne direkt vor Ort.

Bist du bereit, deine Wahrnehmung zu transformieren?

Schau dir jetzt die kommenden Termine an und sichere dir deinen Platz (max. 10 Teilnehmer:innen / Gruppe):

→ Mimikresonanz® Basic

→ Mimikresonanz® Professional

 

Auf meiner Webseite findest du hier noch weitere Informationen über meine offenen Mimikresonanz® – Seminare. 

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Gyöngyi

Führungskräfte im Feuerlöscher-Modus: Wenn Fachkompetenz nicht reicht

Führungskräfte im Feuerlöscher-Modus: Wenn Fachkompetenz nicht reicht

Warum wir zu „Feuerlöschern“ werden (und Fachkompetenz allein oft nicht reicht)

In den letzten 20 Jahren habe ich hunderte Führungskräfte begleitet – oft in Situationen extremer Veränderung, wie bei einer Entsendung ins Ausland, in der Zusammenarbeit mit Menschen aus unterschiedlichen Herkunftskulturen oder bei der Rückkehr in die Heimat.

Dabei beobachte ich ein wiederkehrendes Muster, das mich schon immer beschäftigt hat.

Wir wählen Führungskräfte sehr oft nach ihrer Fachkompetenz aus. Wir schicken den besten Ingenieur z. B. nach Ungarn. Wir befördern die beste Fachexpertin zur Teamleiterin. Wir glauben oft: „Wer das Fach beherrscht, wird auch die Teamführung schaukeln.“

Doch sobald der Druck steigt – und das tut er in Übergangsphasen fast immer – passiert etwas Kritisches.

Die Stress-Falle: Vom Gestalter zum Feuerlöscher

Wenn wir unter Druck geraten, schaltet unser Gehirn in den Überlebensmodus. Was leidet als Erstes? Nicht das Fachwissen. Sondern die Selbstführung und die Wahrnehmung.

Führungskräfte, die eigentlich souverän sein wollen, stehen plötzlich unter enormem Druck und werden zu „Feuerlöschern“. Sie rennen von Problem zu Problem. Um Ergebnisse zu erzwingen, erhöhen sie den Druck – auf sich und andere.

In diesem Zustand entstehen sehr leicht kognitive Verzerrungen (Bias):

  • Wir sehen nicht mehr den Menschen, sondern nur noch die Funktion.

  • Wir hören nicht mehr hin, sondern bewerten sofort (z. B. „Typisch deutsch“, „Die verstehen das nicht“, „Da muss ich ja alles tausendmal erklären“ oder „Niemand fragt mich“).

  • Wir führen nicht mehr, wir reagieren nur noch.

Es mag sein, dass wir so kurzfristig Ergebnisse erzielen. Aber wir zahlen einen hohen Preis: Die Freude geht verloren. Der Raum für echtes Wachstum wird immer kleiner, bis er irgendwann ganz verschwindet.

Die Führung wird „dünn“. Und die Führungskraft maßlos überfordert – oft ohne diese Überforderung jemals sichtbar zu machen.

Führung darf (und muss) Freude machen

Ich stelle mir oft die Frage: Wie können wir Arbeit so gestalten, dass wir einerseits hochwirksam sind, aber andererseits Freude und einen Raum für gemeinsames Lernen schaffen?

Meine Erfahrung aus der interkulturellen Arbeit zeigt: Es beginnt zwischen den Zeilen. Solange wir versuchen, Komplexität nur mit mehr Fachwissen oder mehr Druck zu lösen, werden wir scheitern. Auch rein kognitive Lösungen führen oftmals nicht zu den gewünschten Ergebnissen.

Wirksamkeit entsteht erst dann, wenn wir:

1. Innehalten: Den „Feuerlöscher“ in uns kurz abstellen und unsere eigene Anspannung wahrnehmen.

2. Muster erkennen: Bemerken, wann wir in Stereotypen denken, statt unser Gegenüber wirklich zu sehen und wahrzunehmen.

3. Raum geben: Verstehen, dass psychologische Sicherheit kein „Soft Skill“ ist, sondern die Voraussetzung für (gesunde) Leistung. Und der Raum, in dem Wachstum überhaupt entstehen kann.

Führung ist mehr als das Abarbeiten von Aufgaben. Es ist die Fähigkeit, einen Raum zu halten, in dem Menschen – trotz Stress und Unterschiedlichkeit – über sich hinauswachsen und ja, sogar aufblühen können.

Ohne Anstrengung. Ohne Härte. Ohne ständigen inneren Kampf. Aber dafür mit viel mehr Energie, um neue Handlungsspielräume zu öffnen und eine Zukunft zu gestalten, die wirklich trägt.

Ich lade Sie herzlich ein, diesen Weg der Führungswirksamkeit jenseits des Offensichtlichen gemeinsam zu gehen.

In meinen Mimikresonanz – Seminaren zeige ich Ihnen, wie Sie das nonverbale Profiling als präzises Instrument in Ihrer Führung verankern.

Hier finden Sie alle Details und die Anmeldung.

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Gyöngyi

 

Bevor Verhalten kippt, kippt immer zuerst die Zugehörigkeit

Bevor Verhalten kippt, kippt immer zuerst die Zugehörigkeit

Wenn ein alter Stoff plötzlich zur Führungsgeschichte wird

Gestern habe ich den neuen Frankenstein Film von Guillermo del Toro gesehen. Eine Geschichte, die mich seit meiner Studienzeit begleitet. Und doch hat sie mich dieses Mal auf eine Weise berührt, die ich so nicht erwartet habe.

Vielleicht, weil manche Geschichten erst dann wirklich zu uns sprechen, wenn wir Erfahrungen gesammelt haben, die uns für ihre Botschaft öffnen. Wir hören sie anders, wenn wir selbst durch Räume gegangen sind, die unsere Wahrnehmung schärfen.

In dieser Verfilmung habe ich weniger das entwurzelte Geschöpf gesehen, sondern die Spannung zwischen Einsamkeit, Verantwortung und dem tiefen menschlichen Wunsch nach Zugehörigkeit. Und plötzlich wirkte dieser Stoff aktueller als viele moderne Führungskonzepte. Es war wie ein Spiegel für Themen, die mir in Coachings und Workshops täglich begegnen.

 

Vereinsamung als unsichtbare Kraft

Das Geschöpf wird nicht böse geboren. Es wird zu dem, was es wird, weil es nirgendwo hingehört. Niemand sieht es. Niemand hält den Raum.

Genau das erlebe ich im Arbeitsalltag immer wieder. Wenn jemand auffällig wird, steckt dahinter oft ein Gefühl von Nicht-Dazugehören.

Wir bewerten das sichtbare Verhalten und übersehen das, was darunter liegt. Einsamkeit verzerrt Menschen stärker, als wir es wahrhaben wollen.

 

Verantwortung ist mehr als ein Konzept

Victor erschafft etwas und lässt es dann allein. Ohne Begleitung und ohne Dialog.

Diese Leerstelle wirkt wie ein Echo vieler Unternehmensrealitäten. Strukturen entstehen, Rollen sind definiert, Systeme laufen.

Doch der emotionale Teil der Führung fehlt. Der Raum für Zwischenmenschlichkeit wird nicht bewusst gehalten. Wenn Verantwortung auf dieser Ebene fehlt, kippen Strukturen schneller, als es im Organigramm sichtbar wird.

 

Zugehörigkeit als Basis für Leistung

Menschen können erst wirken, wenn sie sich gesehen fühlen. Sobald Verbindung entsteht, verändert sich Verhalten. Energie wird frei, Klarheit wächst und innere Sicherheit wird spürbar. Psychologische Sicherheit ist kein „Nett, wenn wir sie haben.“.

Sie ist das Fundament, auf dem Zusammenarbeit gedeiht. Deshalb spreche ich so oft über kulturelle Sensibilität und emotionale Intelligenz.

Teams, die Zugehörigkeit wirklich leben, arbeiten nicht nur produktiver. Sie arbeiten menschlicher.

 

Empathie entscheidet über Entwicklung

Das Wesen im Film wollte nur verstanden werden. Dieser Wunsch ist universell. Auch in Unternehmen zeigt Empathie, ob Entwicklung möglich wird oder blockiert bleibt. Empathie bedeutet nicht Nachsicht. Es bedeutet Präsenz. Es bedeutet, wahrzunehmen, was im Raum wirkt, bevor wir handeln. Führung, die empathisch agiert, stärkt Menschen und Systeme zugleich.

 

Wenn Projektionen lauter sind als Realität

Das vermeintliche Monster ist nicht das Monster. Die Ursache liegt oft an einer anderen Stelle.

Genau das erlebe ich täglich in Konfliktsituationen. Wir interpretieren schnell und übersehen nonverbale Signale, unausgesprochene Bedürfnisse, kulturelle Prägungen und verletzte innere Anteile. Projektionen können ein Gespräch stärker formen als jedes Argument.

 

Was die Geschichte uns heute zeigt

Vielleicht berührt mich diese Verfilmung deshalb so sehr. Sie zeigt, was passiert, wenn emotionale Verantwortung fehlt. Wenn Bindung nicht entsteht. Wenn Menschen nicht gehört werden. Und wenn Systeme keine Sprache für Emotionen besitzen.

Genau dort beginnt Veränderung. Mit Wahrnehmung. Mit Empathie. Mit echter Verbindung. Mit Führung, die nicht kontrolliert, sondern versteht. Führung, die Beziehungen schafft, in denen Menschen sich zeigen dürfen.

Am Ende bleibt für mich ein Gedanke, der weit über den Film hinausgeht: Es gibt keine „Monster“. Es gibt verletzte Menschen, verlorene Bindung und ungehaltene Versprechen. Es gibt Strukturen, die keinen Raum für emotionale Dynamiken lassen.

Und es gibt die Möglichkeit, das zu verändern.

 

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Raus aus der Frustspirale – rein in den Teamflow

Raus aus der Frustspirale – rein in den Teamflow

Meetings, die sich im Kreis drehen. Schweigen, das schwer im Raum liegt. Fragen, die unbeantwortet bleiben.

Viele Führungskräfte kennen genau dieses Bild. Statt Energie spürt man Stille, Demotivation oder sogar Genervtheit. Diskussionen führen zu keinen Ergebnissen, alte Strukturen blockieren Neues und Motivation geht verloren.

Das ist die Frustspirale im Team: ein Kreislauf aus Unsicherheit, fehlender Beteiligung und stagnierender Zusammenarbeit.

Warum Teams in der Frustspirale landen

Schweigen in Meetings ist nie neutral – es hat viele Gesichter.

1. Psychologische & individuelle Gründe

Unsicherheit oder Angst vor Bewertung
Mitarbeitende trauen sich oft nicht, ihre Meinung zu äußern, weil sie befürchten, kritisiert oder bloßgestellt zu werden. Diese Angst kann besonders groß sein, wenn Vorgesetzte oder dominante Persönlichkeiten im Raum sind.

Fehlende psychologische Sicherheit
Wenn Fehler sanktioniert oder Ideen schnell abgewertet werden, entsteht ein Klima, in dem Schweigen sicherer erscheint als Sprechen. Menschen schützen sich selbst, indem sie lieber nichts sagen.

Gefühl, nichts beitragen zu können
Manche denken: „Mein Beitrag bringt hier nichts.“ Das kann aus mangelndem Selbstvertrauen, fehlendem Fachwissen oder aus früheren negativen Erfahrungen stammen, wo ihre Ideen nicht ernst genommen wurden.

Überlastung oder Erschöpfung
Wenn die eigene Energie aufgebraucht ist, bleibt nur noch passives Verhalten. Schweigen wird zur Schutzstrategie: „Ich halte mich raus, um keine weitere Anstrengung aufbringen zu müssen.“

2. Strukturelle & organisatorische Gründe

Unklare Ziele oder Agenda
Wenn niemand genau weiß, worum es eigentlich geht oder was erwartet wird, fehlen Orientierung und Beteiligung. Unklare Meetings fördern Schweigen.

Zu dominante Stimmen / starke Hierarchie
Wenn eine oder zwei Personen das Gespräch bestimmen, ziehen sich andere zurück. In stark hierarchischen Organisationen wird Schweigen oft als sicherer empfunden, statt der Autorität zu widersprechen.

Meeting-Müdigkeit
Zu viele, zu lange oder ineffiziente Meetings führen zu innerer Distanzierung. Teilnehmende sitzen zwar dabei, aber geistig sind sie längst ausgestiegen.

Zu viele Diskussionen ohne Ergebnis
Wenn immer wieder gesprochen, aber nichts entschieden wird, sinkt die Bereitschaft, aktiv mitzuwirken. Schweigen wird zum Zeichen von Resignation.

3. Interkulturelle Gründe

Respekt vor Hierarchie
In vielen Kulturen bedeutet Schweigen, dass man Autorität respektiert. Ein Vorgesetzter spricht und die Mitarbeitenden hören zu. Ein Widerspruch wäre unangebracht.

Indirekte Kommunikationskultur
In Kulturen, die Konfrontation vermeiden, sagt niemand direkt „Nein“. Schweigen wird zur höflichen Art, Ablehnung auszudrücken.

Stille als Denkzeit
In einigen Ländern ist es normal, Pausen einzubauen und nachzudenken, bevor man antwortet. In anderen (z. B. Deutschland, USA) wird diese Stille fälschlich als Passivität oder Desinteresse gedeutet.

Harmoniebedürfnis
Schweigen kann ein Versuch sein, Konflikte zu vermeiden und das Gesicht der anderen Person zu wahren. Gerade in teamorientierten Kulturen gilt Stille als respektvolle Zurückhaltung.

4. Nonverbale & mimische Gründe

Pseudo-Commitment
Jemand nickt, lächelt oder macht zustimmende Geräusche – doch die Mimik verrät Skepsis, Zweifel oder Ablehnung. Nach außen sieht es aus wie Zustimmung, tatsächlich ist das Gegenteil der Fall.

Innere Ablehnung, die nicht ausgesprochen wird
Widerstand zeigt sich in Mikroexpressionen: ein kurzes Stirnrunzeln, ein angespannter Mund, ein abgewandter Blick. Das sind subtile Hinweise, dass eine Person nicht einverstanden ist – auch wenn sie kein Wort sagt.

Mimik und Körpersprache verraten mehr als Worte
Worte können geschönt oder zurückgehalten werden, der Körper jedoch „leakt“ Emotionen. Wer auf diese Signale achtet, versteht, ob das Schweigen Zustimmung, Unsicherheit oder Ablehnung bedeutet.

Schweigen bedeutet nicht immer das Gleiche
Es kann Ausdruck von Unsicherheit, Überlastung, Respekt, kultureller Höflichkeit oder verdeckter Ablehnung sein. Wer diese Unterschiede erkennt und darauf reagieren kann, bringt Meetings wieder in Bewegung und führt Teams aus der Frustspirale in den Flow.

Der Weg in den Teamflow

Die gute Nachricht: Teams können aus dieser Frustspirale aussteigen.

Teamflow bedeutet:

  • aktive Beteiligung
  • lebendige Diskussionen
  • frühzeitiges Ansprechen von Konflikten
  • Motivation und Energie im Raum

Dafür braucht es Führungskräfte, die zwischen und „hinter den Zeilen lesen“ können und die Signale ihres Teams richtig verstehen.

Was Führungskräfte konkret tun können

1) Nonverbale Signale erkennen
Körpersprache, Mikroexpressionen und Stimme verraten oft mehr als Worte. Wer diese Hinweise wahrnimmt, unterscheidet echte Zustimmung von Schweigen oder Widerstand.

2) Psychologische Sicherheit schaffen
Fehler dürfen angesprochen werden, Kritik wird als Beitrag gesehen. Nur so trauen sich Mitarbeitende, offen zu reden.

3) Interkulturelle Unterschiede berücksichtigen
Schweigen kann je nach Kultur Respekt, Ablehnung oder Denkzeit bedeuten. Bewusstsein dafür verhindert Missverständnisse.

4) Klare Strukturen setzen
Mit einer Agenda, klaren Zielen und offenen Fragen steigt die Beteiligung automatisch.

 

Mein Ansatz: Emotional Impact & Leadership

Ich verbinde in meiner Arbeit vier zentrale Säulen:

Emotionale Kompetenz – souverän bleiben, auch wenn es schwierig wird.

Kulturelle Intelligenz – Unterschiede nicht als Hindernis, sondern als Ressource nutzen.

Resilienz – innere Beweglichkeit entwickeln, um Druck und Wandel zu meistern.

Körpersprache & nonverbale Kommunikation: Mimikcode® & Mimikresonanz® – erkennen, was unausgesprochen bleibt, und gezielt reagieren.

So entsteht Führung, die Klarheit, Vertrauen und Zusammenarbeit stärkt und Teams aus der Frustspirale in den Flow führt.

Die Frustspirale kostet Teams Energie, Motivation und Ergebnisse. Doch sie ist kein endgültiger Zustand. Mit Klarheit, Sicherheit und der Fähigkeit, auch nonverbale Signale zu verstehen, können Führungskräfte in interkulturellen und internationalen Settings den entscheidenden Unterschied machen.

Wer es schafft, Schweigen richtig zu deuten, Vertrauen aufzubauen und Unterschiede zu nutzen, legt den Grundstein für Teamflow:

Zusammenarbeit, die lebendig, motiviert und wirksam ist.

 

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Drei Steps für Leader im mittleren Management

Drei Steps für Leader im mittleren Management

Schritte zur Auflösung eines der häufigsten Blockaden in einem Unternehmen

Einst wurde ein Schamane gefragt, was Gift sei.

Er antwortete: „Alles, was über das hinausgeht, was wir brauchen“. Ein Zuviel an Nahrung, Energie, Sauerstoff, Ego usw. kann ebenso viel Schaden anrichten, wie ein Mangel an diesen Dingen.

Zu früh erwachsen werden zu müssen oder ein Unternehmen zu schnell aufzubauen, kann ebenso gefährlich sein wie persönlich oder beruflich zurückzubleiben.

Eine der praktischsten Definitionen von Trauma lautet nicht umsonst „zu viel, zu schnell, zu früh“.

Keine Sorge, dieser Artikel wird nicht in das streng geregelte Gebiet der klinischen Psychologie oder der schrecklichen Kindheitserinnerungen eintauchen. Wir werden diese Definition jedoch verwenden, um zu erforschen, wie man Organisationen davon abhalten kann, toxische Kulturen zu schaffen, die Demotivation und Burnout fördern.

Lösungen können nur gefunden werden, wenn wir uns der Realität stellen. Wenn wir einen klaren Ausgangspunkt haben, kann die Reise genau geplant werden. Wenn wir (auch unabsichtlich) falsch informiert sind, wird die Reise wahrscheinlich nicht zum gewünschten Ziel führen und kann sogar schaden.

Wo fangen wir an?

Laut der Gallup-Studie „State of the Global Workplace“ sind nur 15 % der Mitarbeiter am Arbeitsplatz engagiert – 85 % von ihnen sind es also nicht. Noch interessanter ist zu sehen, dass die untersten 5 %, also die am wenigsten engagierte Schicht eines Unternehmens, das mittlere Management ist. Die Unternehmen geben ein Vermögen für Programme zur Mitarbeiterbindung aus, doch die Zahlen haben sich in den letzten 20 Jahren kaum verbessert.

Wo wollen wir ankommen?

Eine gute, befähigende Unternehmenskultur kann viermal mehr Umsatz generieren, da engagierte Mitarbeiter zu besseren Geschäftsergebnissen führen. Das ist die Quintessenz. Buchstäblich.

Was ist die Ursache des Problems?

Kommunikation ist die Grundlage der Führung, doch 91 % der 1 000 befragten Arbeitnehmer sind der Meinung, dass es ihren Vorgesetzten an dieser Fähigkeit mangelt. Dies könnte einer der Hauptgründe dafür sein, dass fast jeder dritte Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber nicht vertraut.

Andere Untersuchungen ergaben ähnlich besorgniserregende Ergebnisse: 60-80 % aller Probleme in einem Unternehmen sind auf Konflikte zwischen Menschen zurückzuführen, die unterschiedlich denken und sich unterschiedlich verhalten, und nicht auf mangelnde Motivation oder Fähigkeiten.

Kurz gesagt: Die Qualität des Umgangs der Mitarbeiter miteinander, wie sehr sie sich geschätzt und verstanden fühlen, entscheidet über den Umfang des Potenzials, das im Unternehmen freigesetzt werden kann, und darüber, wie viel ungenutzt bleibt.

Warum also tun sich die derzeitigen Konzepte so schwer, die Situation zu verbessern?

Es scheint klar zu sein, dass der Schwachpunkt in den meisten Unternehmen das mittlere Management ist, die am stärksten unzufriedenen Mitarbeiter, die über 70 % der Belegschaft führen und inspirieren sollen. Dies ist keineswegs eine Kritik, sondern das genaue Gegenteil. Die mittlere Führungsebene hat es schwer; sie braucht die meiste Unterstützung, während sie in der Regel die wenigste bekommt.

Wenn wir uns die Definition von Trauma anschauen, können wir sie auf „zu viel oder zu wenig, zu schnell oder zu langsam, zu früh oder zu spät“ aktualisieren. Der Schaden kann durch ein einzelnes Ereignis oder mehrere kleine Konfrontationen mit Menschen, die anders denken und sich anders verhalten, oder sogar durch uns selbst verursacht werden.

Der größte Teil des Schulungsbudgets wird für leitende Angestellte aufgewendet, die oft nicht so viel mit den Mitarbeitern mit Kundennähe zu tun haben. Für die Unterstützung der mittleren Führungskräfte, die hauptsächlich für die Schaffung eines psychologisch sicheren Umfelds verantwortlich sind, bleibt nicht viel übrig. Wäre es nicht sinnvoll, sie früher und besser zu unterstützen, damit sie weniger Ballast mit sich herumtragen, wenn sie weiter aufsteigen?

 

Wie kann man den Engpass beseitigen?

Eines der Hauptprobleme, die ich bei meiner Arbeit mit Führungskräften globaler Unternehmen festgestellt habe, war, dass sie das Maß an Selbstsicherheit mit der Qualität ihrer Führungsqualitäten in Zusammenhang brachten. Sie hatten oft das Gefühl, alle Antworten kennen zu müssen, anstatt Orientierung und Unterstützung zu bieten.

Um André Gide, einen französischen Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger, zu zitieren: „Vertraue denen, die die Wahrheit suchen, zweifle an denen, die sie finden.“ Dieser Gedanke fasst den Ansatz für Coaching und Führung treffend zusammen.

Der menschliche Geist wird von der Illusion der Gewissheit angezogen, auch wenn sie in der Natur nicht existiert. Nur wenige Dinge sind sicher, obwohl ihr Zeitpunkt oft eine unangenehme Überraschung ist. Menschen Gewissheit zu bieten, kann schädlich sein, wenn dadurch die Kraft der kognitiven Vielfalt unterdrückt wird, wenn sie am meisten gebraucht wird.

Als ich mein erstes Unternehmen gründete, dachte ich, ich bräuchte einen Coach, der mir die Antworten gibt, die ich nicht hatte. Als ich sie nicht bekam, zog ich die „logische Schlussfolgerung“, dass es schlechte Coaches waren und ich mein Geld und meine Zeit verschwendet hatte.

Als ich mit dem Coaching begann, machte ich einen ähnlichen Fehler. Ich dachte, die Kunden suchten jemanden, der die Antworten kennt. Als sie dann statt eines sicheren Raums zum eigenen Nachdenken Vorschläge erhielten, zogen sie die gleiche logische Schlussfolgerung.

Ich war fasziniert von der Illusion der Gewissheit, die sich in Antworten und Versprechungen verbarg, anstatt die Menschen und ihre Fähigkeit, Lösungen zu finden, zu entwickeln. Genau darum geht es beim Coaching und bei der Führung. Es ist eine Fähigkeit, die man erlernen sollte, sobald man sich auf den Weg zur Führungskraft macht.

 

Hier sind einige Schritte, mit denen Sie heute beginnen können:

– Stellen Sie Fragen. Zu viele könnten als unangenehm empfunden werden, zu wenige wären unzureichend. Finden Sie heraus, was Ihre Kunden wirklich antreibt, damit Sie ihnen helfen können, zu gedeihen, anstatt nur zu überleben.

– Holen Sie sich Unterstützung und bieten Sie sie an. Zu viel Unterstützung würde das Leben langweilig machen, zu wenig macht es stressig. Wachstum findet unter dem richtigen Maß an Druck statt, also konzentrieren Sie sich auf psychologische Sicherheit statt auf physischen Komfort.

– Entwickeln Sie Menschen, damit sie Probleme lösen können. Es ist verlockend, zu schnell und zu früh Lösungen anzubieten, aber das beraubt die Gegenüber nur der Möglichkeit zu lernen und zu wachsen.

Das Gleichgewicht zu finden, ist eine Herausforderung, und Sie werden Fehler machen, denn die Rolle als Führungskraft und Coach ist ein steiniger Weg.

Menschen aufzubauen, die Unternehmen aufbauen, ist eine wissenschaftliche Kunst oder eine kunstvolle Wissenschaft – es kommt darauf an, wie man es betrachtet. Es gibt bewährte Schritte, die man lernen muss, und der Rest entwickelt sich, während wir sie praktizieren. Es gibt keine Abkürzung.

 

 

 

Quellenhinweis: Vom Englischen ins Deutsche übersetzt. Ein Artikel von Csaba Tóth, dem Gründer von ICQ Global, Entwickler von Global DISC™, die mehrfach preisgekrönte Lösung für Coaches und Firmenkunden zur Leistungssteigerung. Erschienen im FORBES am 25. April 2022.

GlobalDISC - akkreditierte Partnerin

Culturebalance von Gyöngyi Varga ist seit 2016 offizielle Partnerin von ICQ Global, Brighton, UK .

 

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