Wurzeln, die tragen
Eine Kindheit zwischen Rosen und Feldern
Ich bin auf einem Bauernhof in Ungarn groß geworden, in einer Welt, die nach Heu, Rosen und frischem Brot roch. Damals wusste ich gar nicht, dass das, was wir hatten, etwas Besonderes war. Für mich war es einfach mein Zuhause. Es war normal, dass überall Leben war, Tiere und Pflanzen und Hundebellen. Wir hatten Ponys, Kaninchen, Schweine, Schafe, Ziegen, Hunde, Katzen, Hühner und Enten. In jeder Größe, von klein bis groß.
Über zweihundert Tauben lebten in einem eigenen Haus, und wenn sie gleichzeitig aufflogen, war es, als würde der Himmel selbst kurz erzittern. Unser Garten war riesig und schenkte uns das, was wir brauchten. Apfel, Birnen, Kartoffeln, Trauben, Tomaten, Paprika, Kirschen und Sauerkirschen, Pfirsiche, Nektarinen und Pflaumen. Mein Vater hatte einen Weinkeller und machte Wein und Pálinka selbst. Meine Mutter kochte jeden Tag und backte Kuchen. Wenn sie einmal nicht kochen musste, war sie sofort in Feierlaune.
Im Sommer duftete alles nach Sonne und Leben. Und überall wuchsen Rosen. Sie rankten sich an Zäunen hoch, säumten die Wege, kletterten über Mauern. Sogar unsere Straße trug ihren Namen, Rosenbaumstraße. Damals habe ich das alles nicht wirklich bewusst wahrgenommen. Ich kannte keine andere Welt. Erst als ich später nach Deutschland kam, wurde mir klar, dass das, was für mich selbstverständlich war, für andere fast märchenhaft klang. Man sagte mir irgendwann, es sei doch ein Bauernhof. Für mich war es ein einfaches Leben, aber eines, das reich war an Natur und Lebendigkeit.
Was mich geprägt hat
Heute, viele Jahre später, sehe ich, wie viel mich diese Zeit geprägt hat. Ich liebe Rosen noch immer, und ich liebe Tiere. Ich arbeite mit derselben Hingabe, mit der meine Eltern damals gearbeitet haben – nur dass meine Felder heute anders aussehen.
Sie heißen Menschen, Geschichten, Beziehungen, innere Welten. Ich habe vieles von meinen Eltern übernommen: ihre Disziplin, ihren Fleiß, ihren stillen Stolz.
Und ihre tiefe Überzeugung, dass Arbeit wertvoll ist und dass Lernen etwas Wertvolles ist.
Aber ich habe auch etwas übernommen, das ich lange Zeit gar nicht gesehen habe – die Angst, nicht genug zu sein, wenn man zur Ruhe kommt. Das Gefühl, immer noch etwas geben zu müssen, um wirklich zu verdienen, was man hat. Und doch haben mich die meisten Menschen in meinem Beruf eher unterschätzt, als wertgeschätzt.
Die Geschichte meiner Eltern
Ich erinnere mich gut an meine Mutter, wie sie am Küchentisch saß, mit müden Händen, aber wachen Augen. Sie sagte oft: „Wenn ich einmal Millionärin bin, kaufe ich dir ein Haus.“ Sie hat nie eines gekauft. Mein Vater auch nicht.
Sie haben ihr Leben lang gearbeitet, jeden Tag, jede Stunde, und doch blieb am Ende wenig übrig. Sie waren sehr selten in einem Restaurant. Und Reisen war für sie auch unnötig. Es gab ja alles zuhause.
Mein Vater sagte dann oft: „Nem flancolunk, mint a gazdagok.“ – Wir prahlen nicht wie die Reichen.
Denn eins waren wir wirklich nicht: reich. Aber wir hatten alles, was wir brauchten. Und meistens kamen wir über die Runden. Alles andere galt als Luxus.
Warum ich die Geschichte anders weiterschreiben will
Vielleicht trage ich deshalb den tiefen Wunsch in mir, diese Geschichte anders weiterzuschreiben. Nicht, um etwas zu beweisen, sondern um etwas zu heilen.
Dieses Jahr war ich stärker gefordert als je zuvor. Es war, als hätte das Leben mir jeden Stein in den Weg gelegt, nur um mich daran zu erinnern, wie fest ich eigentlich stehe. Ich habe gelernt, mich nicht gegen die Wellen zu stemmen, sondern mit ihnen zu atmen. Dieses Jahr hat mich an meine Grenzen gebracht und zugleich näher zu mir selbst geführt.
Ich möchte, dass Arbeit nicht mehr nur mit Anstrengung verbunden ist, sondern mit Sinn. Ich möchte, dass Erfolg weich klingen darf. Dass man Stärke nicht verliert, wenn man Mitgefühl zeigt. Dass man Wurzeln haben kann und trotzdem „fliegen“ und „aufblühen“ darf.
Ich möchte zeigen, dass es möglich ist, das Alte zu ehren und trotzdem das Neue zu leben.
Was ich mitnehme und weitergebe
Meine Eltern haben mir beigebracht, was Verantwortung bedeutet. Sie haben mir gezeigt, dass man immer das Beste geben sollte, egal wie viel oder wenig man hat. Aber das Leben hat mich gelehrt, dass Geben und Empfangen zusammengehören.
Dass Liebe und Erfolg keine Gegensätze sind. Dass man die Erde, aus der man kommt, nicht abschütteln muss, um weiterzugehen – man darf sie einfach mitnehmen.
Ich habe gelernt, dass Reichtum nicht in Zahlen gemessen wird, sondern in Begegnungen. In Momenten, in denen man etwas in einem anderen Menschen berührt. In Augenblicken, in denen jemand sich selbst wieder spürt.
In dem Wissen, dass man etwas Wertvolles hinterlässt, auch wenn es keine Spuren auf Papier gibt.
Was bleibt…
Ich bin auf dem Land aufgewachsen, zwischen Feldern, Tieren und Rosen. Dort habe ich gelernt, was es heißt, verwurzelt zu sein – in der Arbeit, im Leben, in sich selbst.
Dies hat mich gelehrt, dass alles, was wächst, Zeit braucht. Und dass selbst die schönsten Rosen nur blühen, weil jemand sie einmal mit Geduld gepflanzt hat.
Ich komme vom Land, und ich bin dankbar dafür. Dort habe ich gelernt, was Beständigkeit bedeutet – zu bleiben, wenn es schwer wird, und weiterzumachen, wenn niemand hinsieht.
Vielleicht ist das am Ende das, was bleibt – die Liebe zur Arbeit, die Liebe zum Leben und die Erinnerung daran, dass wir alle ein Stück dieser Erde in uns tragen.
Wenn du dir eine verlässliche Begleitung wünschst, um deinen eigenen Weg mit mehr Klarheit, Bewusstsein und Vertrauen zu gehen, dann freue ich mich, dich in meinen Coaching-Räumen zu begrüßen.
Dort darfst du einfach du selbst sein – mit allem, was dich bewegt.
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